Die Sonnenuhr MERIDIANA ist die moderne, funktional erweiterte Ausführung der Mittags-Sonnenuhr. Wie das klassische Vorbild zeigt sie den Mittag an. Dieser tritt ein, sobald das vom Kreuzgnomon projizierte Lichtkreuz die 12 Uhr Linie passiert. Dann wissen wir, dass die Sonne gerade kulminiert und genau im Süden steht, es ist definitionsgemäß 12 Uhr Sonnenzeit. Wenn wir unseren Tagesrhythmus nach der Sonne richten möchten, sollten wir auf die Sonnenuhr schauen, denn nur sie gibt uns immer den natürlichen Lauf unseres Tagesgestirns an unserem Ort wieder. Die waagrechte Linie des Lichtkreuzes zeigt das Datum an. Rechts ist die Datumsskala für Winter und Frühling und links die für Sommer und Herbst zu finden. Zur Sommersonnenwende (Wendekreis des Krebses), zur Wintersonnenwende (Wendekreis des Steinbocks), zur Tagundnachtgleiche im Frühling (Widderpunkt) und zur Tagundnachtgleiche im Herbst (Waagepunkt) wandert das Lichtkreuz auf den hervorgehobenen Datumslinien, die durch die jeweiligen Tierkreiszeichen gekennzeichnet sind. Bis ins 19. Jahrhundert lebte man nach der Sonnenzeit. Daher hatten nur Orte auf dem selben Längengrad die gleiche Zeit, während beispielsweise die Wiener Uhren gegenüber den in Aachen 40 Minuten vor gingen.
Die Erfindung der Eisenbahn und der Telegrafie ermöglichten Fernreisen und weltweite Kommunikation. Die Einführung der heutigen, gleichmäßig getakteten, in 24 Zeitzonen standardisierten Zeit folgte unabdingbar. Die Uhren in unserem Land ticken nach der mitteleuropäischen Zeit (MEZ), die am 15. Längengrad östlich von Greenwich gemessen wird. Dort entspricht die mittlere Ortszeit (MOZ), der jährliche Mittelwert der wahren Ortszeit, der MEZ. Zum Beispiel liegt die Stadt Görlitz in Sachsen auf diesem Längengrad. Mit der MERIDIANA, die die Sonnenzeit anzeigt, ist es trotzdem möglich, die MEZ zu bestimmen. Sobald es 12 Uhr mittags ist, lesen Sie das Datum ab. Mit dem Datum ermitteln Sie aus dem unter der Sonnenuhrskala befindlichen Diagramm die MEZ bzw. MESZ (Sommerzeitvariante der MEZ) zum Mittagszeitpunkt. Die geschwungene Kurve weist darauf hin, dass der Mittag täglich zu einem anderen Zeitpunkt stattfindet, beispielsweise ist es im Februar rund eine halbe Stunde später Mittag als im November. Die Sonnenzeit geht also ungleichmäßig, der Sonnentag von Mittag zu Mittag ist ungleich lang und beträgt nur im jährlichen Mittelwert 24 Stunden. Dahinter steckt die elliptische Erdbahn um die Sonne und die zur Erdbahn schief gestellte Erdachse.
Auf die Koordinaten kommt es an...
Die Zeit- und Datumslinien der MERIDIANA sind für 46° Nord berechnet, für den Breitengrad, auf dem Lugano in der Südschweiz liegt. Die Sonnenuhr ist jedoch auch für Breitengrade, die nördlicher liegen, verwendbar, in dem das Zifferblatt entsprechend nach vorne geneigt wird. In Flensburg (55°N), am nördlichsten Zipfel von Deutschland, wird das Zifferblatt um 9° geneigt. Die Breitengradfahne am oberen Ende des Zifferblatts ermöglicht die exakte Einstellung.
Die Kurve unter der Sonnenuhrskala stellen Sie einmalig auf Ihren Längengrad, der zwischen Aachen (6°O) und Wien (16°O) liegen sollte, ein. Nun können Sie täglich um 12 Uhr Sonnenzeit die MEZ/MESZ aus der Kurve bestimmen.
Montage
Die Mittags-Sonnenuhr zeigt genau nach Süden und ist dazu um eine senkrechte Achse bis zu 45° schwenkbar. Damit gibt es an jedem Gebäude mindestens eine Wand, die bezüglich ihrer Himmelsrichtung (Südost bis Südwest) für die Sonnenuhr geeignet ist. Alternativ ist auch ein Baum oder ein Pfosten für die Anbringung verwendbar. Die Montage und Einstellung wird in einer ausführlichen und bebilderten Anleitung beschrieben und kann auf einfache Weise und ohne Vorkenntnisse durchgeführt werden. Die Ausrichtung nach Süden erfolgt mit Hilfe der Sonne und einer Armbanduhr. Befestigungsmaterial und Montagewerkzeug werden mitgeliefert.
Fertigung und Ausführung
Die Einzelteile des Mittagsweisers werden in Handarbeit im traditionellen Sandgussverfahren aus Bronze hergestellt. Für die genaue Zeit- und Datumsanzeige ist die aufwändige Nachbearbeitung des Gusses unabdingbar. Dazu wird zunächst das Zifferblatt vermessen. Nach den Messdaten werden die Montageflächen plan gefräst und mit Passungen versehen. Der Kreuzgnomon zur Projektion des Sonnenlichts kann dann präzise positioniert und verstiftet werden. Die Breitengradfahne läuft in einer eng tolerierten Führung mit einem ausgeklügelten Feststellmechanismus, so dass eine exakte und verstellsichere Ausrichtung des Zifferblatts gewährleistet wird.
Die Bronze wird abschließend sandgestrahlt, handpatiniert, geschliffen und gewachst. Die MERIDIANA wiegt 10 kg. Das Zifferblatt hat die Maße 800 mm x 190 mm. Der Abstand vom Wandhalter bis zum Ende des Kreuzgnomons beträgt 180 mm.